Wie verhalte ich mich richtig?

Diese Frage geht einem ja in vielen Situationen durch den Kopf. Oder auch die Frage warum verhält der oder die sich so komisch? Ja, meistens wundert man sich eher über das Verhalten anderer. Oder das andere Verhalten. Oder auch das Nichtverhalten. Oder das anhaltende Nichtverhalten. Oder das verhaltende Verhalten. Dabei spielt das eigene Verhalten dabei ja häufig eine Rolle und der Gegenüber verhält sich nur in Beziehung zu einem. Dabei ist das mit dem Verhalten an sich ja eine vertrackte Sache. Wie verhält man sich denn richtig? Was ist denn überhaupt Verhalten? Das Wort besteht ja schon aus zwei völlig unterschiedlichen Teilen. Zum einen das Halten: Halten an sich ist ein Zustand der Fixierung. Etwas hält oder findet Halt oder hält sich fest. Wir befinden uns also im Zustand der Ruhe. Ein Zustand der ja an sich sehr angenehm ist. Keine Bewegung, keine Veränderung keine Aufregung keine Unsicherheit. Und jetzt kommt das Hinterlistige am Verhalten. Es ist das Ver-.

In den sonst gebräuchlichen Kombinationen geht das ver- oft mit einer Entfernung oder Veränderung einher. Dort zeigt es sich sogar persönlich. Etwas verändert sich. Etwas verschwindet. Etwas wird veräußert oder verlassen. Etwas verwischt. Jemand verdummt. Etwas verbleicht. Jemand verstirbt. Oder auch jemand ist verunsichert.

Und jetzt soll man sich also richtig verhalten. Im Zustand der Ruhe eine Veränderung herbeiführen. Also sitzend tanzen. Oder stumm kichern. Oder sogar eine Entfernung? Vielleicht Haarentfernung?  Und das gegenüber einer anderen Person. Und die soll das dann auch noch richtig verstehen. Und nicht denken: warum verhält die sich so komisch? Denn ohne das richtige Verhalten kommt es zu keinem Verhältnis. Und das wird einem gegebenenfalls zu Verhängnis (wieder eine schwierige Sache und wieder eine Verbindung aus Ver- und einem Zustand der Fixierung, dem Hängen, Zufall?). Also besser nichts wie verschwinden. Oder macht uns das zu Verrätern? Verrätern am Verdruss? Oder gar am Verrat durch Versäumnis? Also doch besser verdächtig wirken und den Versuch wagen? Auch auf die Gefahr verletzt zu werden. Oder verarscht. Oder vergessen. Aber ist es nicht schlimmer es nicht versucht zu haben? Der Versuch als Verantwortung gegenüber der eigenen Vernunft.

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Inseparable Short Film

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I found this on youtube. Great example of what an amazing actor Benedict Cumberbatch is. If that does need another proof.

It is amazing how few words it needs to tell a story. Pictures, music and gestures is all you need. Even though this is a pitty, cause anyone who knows me, knows that I am very fond of words. Words of any kind. Written, spoken, sung. As long as they tell stories, express emotions, impress me. And if words do this, I long to share them or tell what they mean to me.

So it seems, that this short movie is nothing for me. But nevertheless I like it very much and I don’t think there is one word missing. In this case, I think, the words which are not spoken, tell the sory. The words which are not spoken, show the unexpressable emotions. The words you can not find trying to describe the situation, are the ones which make you think.

And because I love to think about words, said or unsaid, meant or unmeant, because I like to get impressed by stories and emotions and last but not least because I enjoy brilliant acting, I am glad I found this movie.

Und wieder einer dieser Tage

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Da weiß man doch partout nicht was man machen soll. Das sieht dann so aus und geschafft ist damit nichts. Aber es ist erheiternd. Und ist das nicht auch ein Wert an sich?

Erheiterung als Daseinsgrund.

Und zur Hypnose dient es auch noch. Wie das Ticken einer Uhr. Der Kopf weiß, dass es eine gleichmäßige Monotonie ist. Doch war da nicht gerade eine Abweichung? Ergibt sich nicht doch ein Rhythmus, eine Melodie? Hat der Computer seine eigene Interpretation von Einförmigkeit entwickelt? So wie er seine eigene Auffassung von Logik besitzt. Zu viel absolute Logik führt möglicherweise ähnlich wie absolute Symmetrie zu Konfusion statt zu absoluter Vollkommenheit. Und da es erstrebenswerter ist etwas angenehmes, als etwas verwirrendes zu sehen wird eben verändert. Die eingebildete Abweichung sozusagen als imaginärer Schönheitsfleck.

Ein ganzes Land spielt Mittelerde

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Die sind schon ganz schön verrückt diese Neuseeländer. Andere Nationen schaffen es in Jahrzenten nicht ihre Nationale Identität zu überdenken, erneuern oder zu verändern. Und die Neuseeländer schaffen das mit einer augenzwinkernden Leichtigkeit ihre für ein paar Wochen einfach abzulegen und Mittelerdler zu werden. Zumindest scheint ihnen diese Verwandlung Spaß zu machen.
Sind wir nicht alle ein bisschen Hobbit? (Ich für meinen Teil auf jeden Fall)

Orientexpress 2.0

Wo trifft man die amüsantesten Gestalten auf engstem Raum? Im Speisewagen.

Nicht umsonst spielen viele Geschichten in Zügen. Man denke nur an ‘Mord im Orientexpress‘ und der ersten Fahrt von Harry Potter nach Hogwarts. Der Vorteil des Zuges gegenüber dem Auto ist ja eigentlich, dass man von A nach B kommt und dabei schlafen kann. Zumindest theoretisch. Tatsächlich hängt man Gedanken nach. Den eigenen oder denen der Mitreisenden. Denn die bekommt man unweigerlich mit. Oder man ist kreativ. Zumindest funktioniert das laut Moffat und Gatiss (das Ergebnis gibt ihnen Recht), auch wenn das Frühstück enttäuschend ist („How did you know it was disapointing?“ „Is there any other type of breakfast on a train?“).

Noch eine Eigenschaft von Zügen: Unterschiedlichste Menschen kommen aus unterschiedlichsten Umgebungen, Situationen, Städten, Umständen auf engstem Raum zusammen und haben ein gemeinsames Erlebnis. Ein äußerst interessanter Versuchsaufbau, der entsprechend interessante Ergebnisse liefert. Die allerdings aufgrund der Vielzahl an Parametern nicht auszuwerten sind. Bleibt nur die Beschreibung. Und schon fühlt man sich wie im Film.

Aus diesem Grund saß ich also am Wochenende im Speisewagen eines Schweizer EC. Die mag ich besonders gerne, denn die sind tatsächlich auf ihre eigene Art gemütlich und es liegen sogar echte weiße, gebügelte Tischdecken auf den Tischen. Das mag spießig klingen, hat aber einen gewissen Flair.

Eigentlich war ich dabei vertieft in die von Martha Grimes detailliert beschriebenen Figuren und Situationen meines aktuellen Jury Falles. Aber nur so lange bis ich das erste Mal vom meinem Cappuccino aufgeguckte und die Personen um mich herum wahrnahm. Und schon war das Filmgefühl da.

Hauptcast:

Der Kellner: Äußerst kommunikativ, sehr höflich (vermutlich hätt er mich nicht mal blöd angeschaut, wenn ich gar nichts bestellt hätte), seines Zeichens Basler (also aus Basel, nicht der Fußballer) und stark verwirrt (was zum Amüsement des ganzen Abteils beigetragen hat)

Die Dame: Sehr gesittete Dame mittleren Alters ohne Magen. (Das man unter diesen Umständen Croissants essen kann ist verwunderlich aber wohl so. Leider waren die aus und die Speisekarte gab für Magenamputierte nichts Weiteres her. So blieb der Kaffee alleine); Interessant wäre gewesen wenn sie die Panetone mit Rosinen gegessen hätte, denn dann wäre sie nach eigenen Aussagen nach ca. 20 Min. umgefallen.

Der Deutsche: frankophil, spricht mit sich selbst, gern aber auch mit anderen, insbesondere dem Kellner, auf Französisch um die Sprache zu üben. Sprachkenntnisse leider beschränkt, sodass Kellner Schwierigkeiten hat obwohl er fließend Französisch spricht. Fordert den Kellner mit der Aussage (auf Deutsch) heraus „keine Angst, ich gehe nicht ohne zu zahlen.“ Kellner fühlt sich angegriffen, da er interpretiert er würde als Angsthase dargestellt werden. Zusammenfassung des ca. 3 minütigen Monologs: “Ich hatte noch nie Angst, in meinem ganzen Leben hatte ich noch keine Angst.”

Nebenrollen:

Zwei junge Frauen jeweils mit Buch (eine davon ich), die durch die sie umgebenden Szenen von ihren Büchern abgelenkt werden, sich gegenseitig verwunderte Blicke zuwerfen und nicht aufhören können zu grinsen. Leider steigt die andere Dame schon früh aus, sodass ich mit dem Grinsen alleine war bis der nächste Gast einstieg:

Herr mittleren Alters der einen trockenen Weißwein bestellte. Rückfrage des Kellners: „rot oder weiß?“

Viele weitere große und kleine Nebenrollen, die den ganzen Film lebendig machen. (Für eine Martha Grimes Geschichte allerdings zu wenige Kinder besonderer Art und Hunde oder Katzen).

Auch ein mysteriösrer Todesfall hat zur Komplettierung gefehlt (die Rosinen kamen ja nicht zum Einsatz) oder zumindest lag dieser bis zu meinem Ausstieg nach 2,5h nicht vor. Da der Zug aber noch mehrere Stunden bis in Schweiz weiterfuhr, ist auch nicht ausgeschlossen das sich doch noch einer, oder ein anderer Zwischenfall, ereignete.

Leider war dies die einzige Vorstellung dieses Films, eine Wiederholung ist nicht vorgesehen. Den geneigten Lesern sei empfohlen weitere Folgen dieser losen Serienreihe selbst zu erleben.

Mark Gatiss as Charles I.

The great Mark Gatiss as Charles I. in 55 Days by Howard Brenton, at the Hampstead Theatre directed by Howard Davies.I would love to see this. Why are all London Theatres so far away? Why isn’t Cologne London?

And he also appears at the Criterion Theatre on the 11th of November. See:

The Game is on: an afternoon with Mark Gatiss & Friends in support of London Lesbian & Gay Switchboard

Not just a great actor and writer, but a socially active member of the society. He also is Patron of the Undershaw preservation trust. A trust trying to save the former home of Sir Arthur Conan Doyle.

Erhebt die Stimme oder besucht sie

Erhebt die Stimme oder besucht sie

im württembergischen Kunstverein.

Das hört sich gut an, im wahrsten Sinne des Wortes. Klingt gut und das ohne Musik. Sounds nice, Stimme ist international, die Sprache macht den Unterschied. Stuttgart hat ja gezeigt wie man die Stimme erhebt, jetzt rahmt es sie ein. Und das in eimen Landstrich mit äußerst schwer verständlichem Dialekt. Wie schön passend.

Wer hat warum eine Stimme und wie wird sie genutzt? Was kann sie und warum? Auf die und noch mehr Fragen mache ich mich gefasst.

Na es wird doch möglich sein in diesem Jahr nochmal nach Stuttgart zu kommen.

Zurückhaltung bitte!

Mauerblümchen. Ein fehlgenutzer Begriff. Laut Duden: „Person oder Sache, der wenig Beachtung, Aufmerksamkeit zuteilwird“. Häufig auch bezogen auf Personen weiblichen Geschlechts: „unscheinbares Mädchen, das von Männern kaum beachtet wird“.

Aber wer kriegt den hier die Aufmerksamkeit? Sozusagen optimale Position. Ohne jegliche Konkurrenz. Und dann so tun als ob. Ich bin nicht eitel, guck doch mal meine klitzekleinen Blätter an. Und meine Blüten erst. Und schon ist es nicht nur aufgefallen, sondern auch noch direkt sympathisch. Es ist ja so zurückhaltend und genügsam. Üppige Kost sieht anders aus.

Ganz schön gewieft das Kleine. Aber schön ist es halt doch und es lässt wohl eher auf Charakterschwäche schließen wenn man so einem ums Überleben in karger Umgebung kämpfende Ding auch noch hinterlistige Absichten unterstellt. Und schon hat man den Salat. Na toll. Das sind wohl „The Perks of Being a Wallflower“.